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Umweltausschuss erkennt Einsparpotenziale nicht

serverraumMit Bedauern hat die Kreistagsfraktion DIE LINKE zur Kenntnis nehmen müssen, dass die sogenannten Fachleute - der im Ausschuss für Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz vertretenen Fraktionen - die Sinnhaftigkeit der Computer-Abwärmenutzung nicht erkannt haben oder erkennen wollten und unserem Antrag zur Nutzung der Computer-Abwärme eine Absage erteilten.

Tatsächlich handelte es sich um einen Antrag, der das Bau- bzw. Umweltdezernat mit der Prüfung beauftragen sollte, wie sich innerhalb der Kreisimmobilien eine Computer-Abwärmenutzung mit den vorhandenen Energiesystemen (Heizung/ Kühlung, Umwandlung in elektrische Energie und Einspeisung ins interne Stromnetz ) der jeweiligen Gebäude verbinden lässt.

Bereits seit 2018 kommt diese Technik in Braunschweig in einem Wohngebiet zum Tragen, welches Energie aus einem Rechenzentrum bezieht. Und in einem Bank-Hochhaus in Frankfurt wurde die Technik nachträglich eingebaut. Bei diesem addieren sich in der Summe eingesparte Kühlkosten im Rechenzentrum und eingesparte Heizkosten in den Büroräumen auf rund 160.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommt eine CO2-Reduktion von rund 557 Tonnen jährlich. Spätestens hier hätten zumindest die Kolleg*innen von Bündnis 90/Die Grünen aufhorchen müssen.

Die durch solche technischen Verbesserungen eingesparten finanziellen Mittel sowie die damit erzielte CO2-Reduzierung dürften bei den Verwaltungsgebäuden erheblich sein. Die Mitglieder des Ausschusses für Informationstechnik und digitale Verwaltung durften sich bereits vor Jahren ein Bild von dem Serverraum des Kreises im Verwaltungsgebäude IV und der erforderlichen Technik (Prozessoren, Kühlsystem etc.) machen und sollten dies noch lebhaft in Erinnerung haben. Allein diese Informationen wären Grund genug gewesen, sich mit dem neuen energie- und kostensparendem Kühlsystem, welches in dem Antrag kurz erläutert wurde, zu befassen und die Verwaltung mit der Prüfung zu beauftragen.

Fakt ist: Sowohl die Kosten als auch der Einfluss auf die Ökobilanz durch die IT-Infrastruktur werden weitestgehend unterschätzt. Mehrere Studien gehen davon aus, dass die anfallende CO2-Menge der weltweiten IT mit über zwei Prozent der Gesamtemissionen in etwa dem CO2-Ausstoß des internationalen Luftverkehrs entspricht. Zudem belegt eine Studie des Borderstep-Instituts im Auftrag des Bundesumweltministeriums, dass sich der Stromverbrauch von Rechenzentren in Deutschland bereits im Zeitraum von 2000 bis 2006 auf eine Energiemenge von etwa 8,7 Terawattstunden mehr als verdoppelt hatte. Bereits der Verbrauch von rund 9 Terawattstunden entspricht der Jahresstromproduktion von drei mittelgroßen Kohlekraftwerken. Heute benötigen Rechenzentren bereits 14 Milliarden Kilowattstunden in Deutschland. Das sind 40 Prozent mehr als im Jahr 2010. Setze sich diese Entwicklung fort, würden - laut wissenschaftlicher Studien des Borderstep-Instituts - Rechenzentren in den nächsten Jahren doppelt so viel Energie benötigen wie heute.

Da der Antrag der Fraktion DIE LINKE bereits am 06.01.2020 gestellt wurde und die Beratung dieses Themas coronabedingt erst im Mai 2020 erfolgte, hatte wirklich jede und jeder Zeit sich ergänzend zu informieren.

Gerade in punkto Klimaschutz ist für parteipolitische Spielchen keine Zeit. Jeder Tag, den wir nicht sinnvoll nutzen, um den CO2-Ausstoß zu verringern ist ein verlorener Tag!

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